Evangelisch Reformierte DomgemeindeGeht zurück auf die Einwanderer aus der Pfalz und aus Frankreich, die ihre Heimat aus Glaubensgründen verlassen mussten. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte durch das Edikt von Potsdam 1685 die verfolgten Französich-Reformierten nach Brandenburg-Preussen eingeladen, um hier heimisch zu werden. Halle und das Herzogtum Magdeburg gehörten damals zum Herrschaftsgebiet des Großen Kurfürsten. Und Halle wurde auch ausdrücklich als eine der Städte genannt, die den Flüchtlingen großzügige Bedingungen für ihre Ansiedlung boten. Der Pfälzer Reformierten Gemeinde – auch die Pfälzer waren vor den Truppen Ludwig XIV. von Frankreich geflohen richtete er den Hallenser Dom als Gottesdienststätte ein, die Französisch-Reformierte Gemeinde hielt ihre Gottesdienste in französischer Sprache zunächst in der Maria-Magdalenenkapelle auf der Moritzburg. Im Jahre 1809 wurden beide Gemeinden zur Reformierten Gemeinde in Halle vereinigt.
Die 5 Evangelisch-Reformierten Gemeinden im Bereich der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehen sämtlich auf diese Strömungen des 17. Jahrhunderts zurück. Ihnen wurde zugestanden, daß sie in gewisser Weise ihre eigene kirchliche Organisation behielten und die Gottesdienste nach ihrer Ordnung halten durften. Mit der Vereinigung der Reformierten Gemeinden im frühen 19.Jahrhundert verschwand allerdings die weitgehende Selbstverwaltung der französischen Kolonien in Brandenburg-Preussen, und auch die Kirchenverwaltung wurde weitgehend vereinheitlicht.
Heute unterscheiden sich die Reformierten Gemeinden vor allem durch die Organisation der Gemeinden selbst und durch ihre Gottesdienstgestalt von den anderen evangelischen Gemeinden. Der Gottesdienst ist schlicht gehalten. Wechselgesänge kommen nicht vor. Der Schwerpunkt liegt auf dem gelesenen und verkündigten Wort und der Antwort der Gemeinde in Gebet und Gesang. Eine wichtige Rolle spielen die Psalmen aus der Stadt Genf der Reformationszeit, die in den reformierten Gottesdiensten gesungen werden.
